Die Schwierigkeiten nehmen nur langsam zu, doch sie sind unübersehbar: Probleme mit den Augen und dem Gehör, verringerte Kraft, Beweglichkeit und Geschicklichkeit, andere Erwartungen an Werbung und Information: Heißt das, dass "Senioren" besonderer Produkte und eines speziellen Marketings bedürfen.Produkte für Senioren? Ja, wenn es nicht draufsteht!
Unternehmen passen ihre Produkte den Bedürfnissen Älterer an
Deutsche Konsumartikelhersteller müssen sich zunehmend an den Wünschen Älterer orientieren", sagt Josef Hilbert vom Institut für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen. Mit maßgeschneiderten Angeboten könne die Kauflust älterer Menschen gesteigert werden. Ältere Kunden seien jedoch besonders kritisch und erwarteten sehr gute Qualität. Als Konsumenten haben sie langjährige Erfahrung: Dieser Zielgruppe kann man nichts vormachen . "Sie sind gut informiert und wollen nicht als Dumme behandelt werden", sagt Hanne Meyer-Hentschel, Spezialistin für Seniorenmarketing.
Allerdings sehen sich gerade die 50- bis 65-Jährigen selbst nicht als "Senioren". Sie kaufen keine "Seniorenprodukte", wollen keine Getto-Waren und keine Getto-Werbung, so die Erkenntnis des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Dies gilt vor allem mehr in Bereichen, in denen sich das Alter noch ignorieren lässt. "Niemand verkauft eine Reise an Senioren, wenn er sie ‚Seniorenreise' nennt", sagt Volker Nickel, Geschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Werbeindustrie. Trendsetter passen ihre Produkte den Bedürfnissen Älterer an. Und sie schaffen den Spagat, seniorenkompatible Produkte nicht als "alt" zu vermarkten.
Berühmt wurde das mutige Konzept für die Marke Nivea Vital. Ab 1995 brachte Hersteller Beiersdorf die Serie ‚Nivea Vital - Pflege für die reife
Haut' auf den Markt. Die Produkte gehören zu den ersten, die sich an Frauen über 50 Jahren richten. Da Haut sich mit den Jahren offensichtlich ändert, wird ein "reifes" Produkt in diesem Segment als legitim wahrgenommen. Die Marke wurde jedoch beworben mit einer dem modernen Lifestyle entsprechenden Kampagne (Agentur: TBWA), in deren Mittelpunkt eine sportlich-elegante Frau mit grauen Haaren und einem alterslosen Gesicht steht. Motto: "50 ist klasse." Heute ist die Tagescreme der Serie eine der drei meistverkauften in Deutschland.
Auch der eher für die jüngere Zielgruppen produzierende Sportartikelhersteller Adidas wendet sich neuerdings an Senioren. Aber nicht mit einem Schuh für rheuma- oder anderweitig geplagte Füße: Adidas registrierte die Beliebtheit des als gelenkschonend geltenden Walking unter Älteren und entwickelte für die Herbstkollektion 2003 den ersten speziellen Walking-Schuh.
Wellness-Hotels schießen wie Pilze aus dem Boden - und einige richten sich gezielt an die Gutsituierten über 50-Jährigen, die (noch) ein bisschen jünger aussehen möchten und sich das auch etwas kosten lassen.
Der Reiseveranstalter TUI machte lange kaum Unterschiede zwischen Jung und Alt. "Wir glaubten nicht, dass ein 66-Jähriger anders Urlaub macht als ein 33-Jähriger", sagt Sprecher Robin Zimmermann. Mittlerweile hat TUI jedoch die ältere Zielgruppe entdeckt und bietet ab November verstärkt Seniorenreisen an: Auf Mallorca, Zypern und in der Türkei stehen landeskundliche Vorträge und Kaffeeklatsch auf dem Programm. Statt Hochleistungssport bieten Animateure dazu moderate Gymnastik an.
Einfach zu bedienende Technik steht in der Wunschliste der Älteren ganz oben. Entsprechend hat die Telekom ein Telefon mit großen Tasten ausgestattet; Bosch-Siemens Hausgeräte bietet ein Waschmaschinen-Modell mit größeren Bedienungstasten an. Auch des Deutschen liebstes Kind, das Auto, wird Schritt für Schritt "seniorenkompatibel". Autohersteller haben die Erfahrung gemacht, dass so genannte Familienautos auch für Senioren geeignet sind: Niedrige Ladekanten helfen sowohl Müttern mit sperrigen Kinderwagen und dem Großeinkauf wie auch Älteren, die nicht mehr gut heben können - und auch Rollstuhlfahrern.
Auf erhöhten Sitze, die Müttern und Kindern einen guten Überblick geben, fühlen sich auch Senioren wohl - zumal die hüfthohen Sitzflächen auch beim Einsteigen Vorteile bieten. Mit Rundumverglasung und Einparkhilfen muss der Kopf weniger gedreht werden und leicht ablesbare Tiefendisplays vermeiden, dass das Auge sich bei jedem Blick auf die Instrumente von "fern" auf "nah" und wieder zurück umstellen muss.
Fazit: In den nächsten Monaten und Jahren ist in allen Branchen ein heißer Wettkampf um die Zielgruppe 50 plus zu erwarten - Waffen in dieser Schlacht werden optimierte Produkte und ein lebensnahes Marketing ein, das den Lifestyle der "besten Jahre" aufnimmt.
Allerdings sehen sich gerade die 50- bis 65-Jährigen selbst nicht als "Senioren". Sie kaufen keine "Seniorenprodukte", wollen keine Getto-Waren und keine Getto-Werbung, so die Erkenntnis des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Dies gilt vor allem mehr in Bereichen, in denen sich das Alter noch ignorieren lässt. "Niemand verkauft eine Reise an Senioren, wenn er sie ‚Seniorenreise' nennt", sagt Volker Nickel, Geschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Werbeindustrie. Trendsetter passen ihre Produkte den Bedürfnissen Älterer an. Und sie schaffen den Spagat, seniorenkompatible Produkte nicht als "alt" zu vermarkten.
Berühmt wurde das mutige Konzept für die Marke Nivea Vital. Ab 1995 brachte Hersteller Beiersdorf die Serie ‚Nivea Vital - Pflege für die reife
Haut' auf den Markt. Die Produkte gehören zu den ersten, die sich an Frauen über 50 Jahren richten. Da Haut sich mit den Jahren offensichtlich ändert, wird ein "reifes" Produkt in diesem Segment als legitim wahrgenommen. Die Marke wurde jedoch beworben mit einer dem modernen Lifestyle entsprechenden Kampagne (Agentur: TBWA), in deren Mittelpunkt eine sportlich-elegante Frau mit grauen Haaren und einem alterslosen Gesicht steht. Motto: "50 ist klasse." Heute ist die Tagescreme der Serie eine der drei meistverkauften in Deutschland.Auch der eher für die jüngere Zielgruppen produzierende Sportartikelhersteller Adidas wendet sich neuerdings an Senioren. Aber nicht mit einem Schuh für rheuma- oder anderweitig geplagte Füße: Adidas registrierte die Beliebtheit des als gelenkschonend geltenden Walking unter Älteren und entwickelte für die Herbstkollektion 2003 den ersten speziellen Walking-Schuh.
Wellness-Hotels schießen wie Pilze aus dem Boden - und einige richten sich gezielt an die Gutsituierten über 50-Jährigen, die (noch) ein bisschen jünger aussehen möchten und sich das auch etwas kosten lassen.
Der Reiseveranstalter TUI machte lange kaum Unterschiede zwischen Jung und Alt. "Wir glaubten nicht, dass ein 66-Jähriger anders Urlaub macht als ein 33-Jähriger", sagt Sprecher Robin Zimmermann. Mittlerweile hat TUI jedoch die ältere Zielgruppe entdeckt und bietet ab November verstärkt Seniorenreisen an: Auf Mallorca, Zypern und in der Türkei stehen landeskundliche Vorträge und Kaffeeklatsch auf dem Programm. Statt Hochleistungssport bieten Animateure dazu moderate Gymnastik an.
Einfach zu bedienende Technik steht in der Wunschliste der Älteren ganz oben. Entsprechend hat die Telekom ein Telefon mit großen Tasten ausgestattet; Bosch-Siemens Hausgeräte bietet ein Waschmaschinen-Modell mit größeren Bedienungstasten an. Auch des Deutschen liebstes Kind, das Auto, wird Schritt für Schritt "seniorenkompatibel". Autohersteller haben die Erfahrung gemacht, dass so genannte Familienautos auch für Senioren geeignet sind: Niedrige Ladekanten helfen sowohl Müttern mit sperrigen Kinderwagen und dem Großeinkauf wie auch Älteren, die nicht mehr gut heben können - und auch Rollstuhlfahrern.
Auf erhöhten Sitze, die Müttern und Kindern einen guten Überblick geben, fühlen sich auch Senioren wohl - zumal die hüfthohen Sitzflächen auch beim Einsteigen Vorteile bieten. Mit Rundumverglasung und Einparkhilfen muss der Kopf weniger gedreht werden und leicht ablesbare Tiefendisplays vermeiden, dass das Auge sich bei jedem Blick auf die Instrumente von "fern" auf "nah" und wieder zurück umstellen muss.
Fazit: In den nächsten Monaten und Jahren ist in allen Branchen ein heißer Wettkampf um die Zielgruppe 50 plus zu erwarten - Waffen in dieser Schlacht werden optimierte Produkte und ein lebensnahes Marketing ein, das den Lifestyle der "besten Jahre" aufnimmt.

























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