Anwendung
Erfolgreiche Verwendung als unterstützende Entspannungs- und Heilmethode findet Biofeedback bei folgenden Störungen:
- Muskeldysfunktionen, Lähmungen, Panikattacken und anderen Angststörungen.
- Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen in den Fingern (Raynaud Syndrom).
- Harninkontinenzen, Migräne (verhindert zwar keine Anfälle, mindert aber den Stress), Spannungskopfschmerzen, Schlafprobleme und Verspannungen aller Art.
- Psychosomatosen
- Potenz- und Orgasmusstörungen
- Unterstützung bei Psychotherapien
Behandlungen dauern unterschiedlich lange, je nachdem welche Krankheit behandelt wird. Bestimmte Schmerzzustände und leichte Angstzustände können relativ schnell geheilt werden, denn oft erreicht man bereits mit ca. 15 Sitzungen das gewünschte Ergebnis. Bei Problemen, die neurologisch verursacht sind, ist es jedoch meist erforderlich, mehr als 20 Behandlungen durchzuführen. Eine Sitzung dauert 50 Minuten.
Geschichtlicher Überblick
Biofeedback bedeutet übersetzt "Rückmeldung des Lebens". Körperliche Prozesse werden dem Patienten auf anschauliche Weise vermittelt. Es ist ein Verfahren, welches psychologische und medizinische Erkenntnisse effizient zur Heilung von Störungen umsetzt. Die Wirksamkeit von Biofeedback ist wissenschaftlich belegt. Begonnen wurde die Forschung schon sehr früh in diesem Jahrhundert. Die Forschungen wurden vor allem von amerikanischen Verhaltensforschern und Psychologen angeregt, und in den 50er Jahren intensivierte sich das wissenschaftliche Interesse.
Seit über 20 Jahren wird Biofeedback nun am Menschen angewendet; zuerst in der Forschung doch bald schon zur Heilung von Krankheiten. Vor allem die computerunterstützten Verfahren der letzten Jahre verhalfen dem Biofeedback zu größerer Präzision. Immer mehr körperliche Parameter können gezielt erfasst und dem Patienten auf anschauliche Weise rückgemeldet werden. Große Vorteile liegen darin, dass unterschiedliche körperliche Funktionen gleichzeitig dargestellt werden können. Durch moderne Datenverarbeitung kann das Feedback der biologischen Funktionen immer schneller gegeben werden. Heutzutage ist man soweit,
dass die Darstellung fast schon gleichzeitig mit dem Ablaufen der Körpervorgänge erfolgt. Es ist ebenfalls sehr positiv, dass sich der Patient beim Biofeedback aktiv mit seinem Körper auseinandersetzt.Theorie
Ist ein Mensch gesund, so arbeiten seine körperlichen Funktionssysteme ordnungsgemäß. Zahllose innere Regelkreise laufen andauernd ohne unser Zutun von selbst ab und können sich auch autonom regulieren, um immer eine optimale Leistungsfunktion aufrechtzuerhalten. Oft arbeiten unterschiedliche Funktionsmechanismen zusammen, um eine einzelne Leistung des menschlichen Körpers zu vollbringen. Ist ein einzelnes Rädchen in diesem System nun fehlerhaft, so ist der Funktionskreis nicht mehr effizient und es kommt zu einer Störung, die sich beim Patient schmerzhaft bemerkbar macht. Er erleidet z.B. eine Migräneattacke oder ein Körperteil erlahmt.
Biofeedback beruht im wesentlichen auf der Erkenntnis, dass ein Mensch jene Vorgänge, die er wahrnehmen kann, auch von selber kontrollieren kann. Mit der Erfindung des Biofeedback sind die autonomen Vorgänge im Körper wahrnehmbar und steuerbar geworden. Menschen lernen aus den Folgen ihres Verhaltens. Diese psychologische Erkenntnis zeigt sich besonders klar beim Biofeedback. Die sofortige Rückmeldung einer erfolgreichen Veränderung von Körperprozessen spornt den Patienten an, denn Erfolg hat Belohnungscharakter.
Unter diesen Umständen prägt er sich besonders gut ein, durch welche Maßnahme es zu diesem Ergebnis gekommen ist und wiederholt sie. Die neuerliche Erfolgsmeldung bestätigt ihn und so lernt er, wie er seine Körperfunktionen gezielt willentlich kontrollieren kann.Körperliche Signale wie zum Beispiel Herzfrequenz, Muskelspannung oder Durchblutung werden mit elektrischen Sensoren gemessen, aufgezeichnet und wiedergegeben.
Diese Rückmeldung kann in der Form von graphischen Abbildungen auf Computerbildschirmen, als akustische Signalen über Lautsprecher oder durch blinkende Lichtpunkte geschehen. Innere Prozesse des Körpers werden auf diese Weise für den Patienten wahrnehmbar, und er kann die Vorgänge in seinem Körper bewusst erleben. Die Körperwahrnehmung wird durch dieses Training enorm geschärft.
Technik
Der Patient wird vom ausgebildeten Therapeuten angeleitet, seine schadhaften Körperfunktionen gezielt zu ändern. Dies ist mit Hilfe des Biofeedbacks relativ leicht und schnell lernbar. Jede noch so kleine Änderung wird sofort rückgemeldet. Der Patient sieht deutlich jeden Effekt, den er durch sein Vorgehen selbst verursacht hat. Über dieses "Lernen am Erfolg" kann der Patient sehr schnell erstaunliche Fortschritte erzielen. Der Patient lernt über die rückgemeldeten Signale, seine sonst autonom ablaufenden Körperfunktionen mit dem eigenen Willen zu steuern und fehlerhafte Prozesse ohne Medikamente und von selbst auszubessern. Nach einigen Sitzungen benötigt er dann auch die elektronischen Rückmeldungen nicht mehr, und er kann im Alltag falsch ablaufende Körperprozesse rechtzeitig wieder korrigieren.

























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